Lockern & Lösen

Massage und Faszientherapie

Die verschiedenen Massagegriffe und Faszientechniken werden angewandt, um Bewegungseinschränkungen und Verspannungen zu lösen.

Die Skelettmuskulatur nimmt aufgrund ihrer Masse ca. 40% Gesamtkörpergewichts ein und hat somit eine wesentliche Bedeutung für die Motorik, sowie den Blut-und Lymphfluss.

Die Faszien sind inzwischen mehr in den Mittelpunkt gerückt worden, da die Forschung herausgefunden hat, welchen Einfluss sie haben. Faszien durchziehen den gesamten Körper als Bindegewebsstrukturen. Sie bilden eine Art Netzwerk, wobei sie Organe, Muskeln, Nerven, Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Gefäße umhüllen und durchdringen. Es steht also alles miteinander in Verbindung durch die verschiedenen Faszienarten im Körper. Hier wird klar, welch enormen Einfluss verspannte Faszien auf den gesamten Körper haben und wie wichtig eine Behandlung dieser Strukturen ist.

Massagegriff an der Kruppe

Massagen und Faszientherapie wirken durchblutungssteigernd, schmerzlindernd und tonusregulierend. Sie lösen Verklebungen und Verspannungen, entstauen das Lymphsystem, verbessern den Zellstoffwechsel und werden deshalb zur Behandlung von Muskelschmerzen und Empfindlichkeiten eingesetzt.

Massagen und Faszientherapien finden zum Beispiel Anwendung bei:

  • Muskelverspannungen
  • Degenerative Erkrankungen
  • Muskelverkürzungen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Muskelschmerzen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Lähmungen
  • nach Kreuzbandriss
  • Spondylosis deformans
  • Arthrose
  • Hüftgelenkdysplasie/ Ellenbogendysplasie
  • Patellaluxation
  • Bandscheibenproblemen
  • Kissing spines
  • Spat
  • Muskelschmerzen
  • OCD-Operation (=Osteochondrosis dissecans; „Chip“)

Dry Needling

Das Dry Needling ist eine Therapie, welche mithilfe von Akupunkturnadeln zur Behandlung des sogenannten „myofaszialen Schmerzsyndroms“ beim Pferd durchgeführt wird.

Das myofasziale Schmerzsyndrom ist gekennzeichnet durch Schmerzen im Bewegungsapparat (hier sind die betroffenen Strukturen vor allem Muskeln und Faszien), welche einhergehen mit Muskelschwäche, Bewegungseinschränkungen, Störung der Koordination, Einschränkung der Propriozeption (also der Tiefensensibilität) und Verspannungen.

Es entstehen sogenannte Triggerpunkte, die in Muskulatur oder Fasziengewebe zu ertasten und schmerzhaft bei Druck oder Dehnung sind. Hier kann es zu eher lokalen Problemen und Schmerzen kommen, aber es kann auch eine Ausstrahlung in weiter entfernte Körperregionen geben.

Beim Dry Needling wird eine Akupunkturnadel in einen aufgefundenen Triggerpunkt gestochen, was zu einer Schmerzdämpfung und Verringerung des Muskeltonus führt. Das Nadeln der Punkte bringt aber nicht nur eine lokale Reaktion an der Stelle, wo man die Nadel eingestochen hat, sondern hat auch Auswirkungen auf das Ausstrahlungsgebiet.

Dry Needling Basisbehandlung

Das Dry Needling hat nichts mit der Akupunktur gemäß der TCM zu tun, auch wenn es Triggerpunkte gibt, die gleichzeitig auch Akupunkturpunkte sind. Ein ebenfalls großer Unterschied zu Akupunktur ist, dass die Nadeln beim Dry Needling nicht im Gewebe verbleiben in alle Regel. Die Triggerpunkte werden mit der Nadel stimuliert und im Anschluss sofort wieder entfernt.

Folgende Faktoren können zum myofaszialen Schmerzsyndrom führen:

  • Fehlstellung der Gliedmaßen, der Hufe und/oder Besonderheiten am Gebäude (z.B. überbaut, sehr tiefer Halsansatz, Senkrücken usw)
  • In Folge einer übermäßigen Belastung oder Überlastung
  • Als Folge eines Traumas
  • unpassende Ausrüstung
  • Vorhandensein von chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats (z.B. Arthrose, Spat, Kissing spines usw)
  • Stress
  • Bewegungsmangel
  • Unzureichendes Training
  • Nässe/Kälte
Dry Needling an der Schultermuskulatur

Beispielhafte Symptome des Pferdes, bei denen das Dry Needling eingesetzt werden kann:

  • Rückenschmerzen
  • Zehenschleifen
  • Widersetzigkeit gegen den Reiter
  • Sattelzwang/Gurtzwang
  • Einseitige Lektionen funktionieren nicht (z.B. Angaloppieren auf einer Hand fällt schwerer, Hängenlassen eines Beins über dem Sprung)
  • Mangelndes Gleichgewicht
  • Stark ausgeprägte, einseitige Schiefe

Ich kombiniere das Dry Needling mit weiteren Therapieformen, wie zum Beispiel der Matrixtherapie mittels des NeuroStim oder Mobilisationen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Matrixtherapie mittels NeuroStim®

Die Methode beruht auf der Grundlage der biomechanischen Stimulationstherapie, die von Prof. Dr. Nasarov, einem russischen Sportwissenschaftler, entwickelt wurde.

Behandlung des Rückens mittels NeuroStim

Die verwendeten Frequenzen beruhen auf der Feststellung, dass mechanische Frequenzen unterschiedliche Wirkung auf den Muskel-Sehnen-Apparat, die Faszien, das Blut- und Lymphsystem und den Zwischenzellraum (Matrix) haben.

Da die Skelettmuskulatur einen großen Anteil am Gesamtkörpergewicht hat, ist eine rhythmisch arbeitende Skelettmuskulatur wesentlich verantwortlich für ein gut funktionierendes Blut- und Lymphsystem. Dieses wiederum ist für die Versorgung und Entsorgung im Körper zuständig und damit wesentlich für einen gesunden Körper.

Das NeuroStim® fungiert als „Taktgeber“ und bringt krankes Gewebe wieder in einen gesunden Rhythmus. Da die Schwingungen sich großflächig ausbreiten während der Behandlung, wirkt es aktivierend, regulierend und harmonisierend auf den gesamten Körper.

Anwendung findet das NeuroStim® zum Beispiel bei:

  • Muskulären Verspannungen (z.B. Rückenmuskelverspannungen)
  • Lymphabflussstörungen (z.B. Ödeme, chronische Phlegmone)
  • Gelenkserkrankungen (z.b. Arthrosen)
  • Chronischen Atemwegserkrankungen (z.b. COPD/RAO)
  • Sehnen-, Bänder-, Muskelverletzungen (z.b. Verletzungen der oberflächl./tiefen Beugesehne, des Unterstützungsbandes oder bei Fesselträgerverletzungen)
  • Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. „Hufrolle“/Podotrochlose/Equine-Palmar-Foot-Syndrom)

Lymphdrainage

Das Lymphsystem ist ein Gefäßsystem mit verschiedenen Lymphzentren, welche miteinander verbunden sind. Die darin fließende Lymphe ist klar und zähflüssig und sie transportiert Nährstoffe zu den einzelnen Körperzellen, außerdem filtert sie Bakterien und Schadstoffe aus.

Bei der Lymphdrainage werden vermehrte Lymphansammlungen in Bewegung gebracht und durch den Transport zu den Lymphzentren gereinigt und mit neuen Nährstoffen angereichert.

Anregung des Lymphabflusses mittels manueller Lymphdrainage

Das Lymphsystem arbeitet nach dem „Einbahnstraßen-Prinzip“, was bedeutet, dass die Lymphe in eine Richtung abtransportiert wird. Das Einbahnstraßen-Prinzip wird durch Rücklaufsperren unterstützt, damit die abtransportierte Lymphe möglichst nicht zurückfließt.

Um den Lymphtransport anzuregen wird manuelle Lymphdrainage durchgeführt und im Anschluss an die Behandlung sollte das Tier aktiv bewegt werden und nach Möglichkeit erfolgt eine Kompression in Form eines Kompressionsstrumpfes.

Manuelle Lymphdrainage wird eingesetzt bei:

  • Posttraumatische oder postoperative Ödeme
  • Stauungsödeme allgemein
  • Elephantiasis/ chronische Phlegmone

Manuelle Lymphdrainage wird ausschließlich nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Tierarzt bzw. nach tierärztlicher Überweisung durchgeführt.

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie ist eine bereits sehr alte Form der Medizin, denn bereits vor dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt waren Blutegel fester Bestandteil der Heilkunst. Auch im Mittelalter hatten die damaligen Ärzte ein sehr breites Anwendungsgebiet für die Egel.

Der Beissapparat von Hirudo medicinalis besteht aus drei halbkreisförmigen Kiefern, die am Mundsaugnapf am vorderen Ende des Egels sitzen. Zwischen den Zähnen verlaufen viele Gänge von Drüsen, die den medizinisch wirksamen Speichel beinhalten.

Durch die Bestandteile des Speichels hinterlässt der Blutegel bei seinem Biss sterile Wunden. Die Bestandteile des Egelspeichels sind unter anderem Hirudin, Calin, Bdellin, Eglin und Hyaluronidase (Orgelase). Diese und viele weitere Bestandteile machen die Wirkung der Blutegeltherapie aus.

Der Speichel des Egels wirkt unter anderem:

  • Gerinnungshemmend im Gefäßbereich
  • Belebend auf die Leukozytenaktivität
  • Entzündungshemmend
  • Lymphstrombeschleunigend
  • Antithrombotisch
  • Antiphlogistisch
  • Gefäßerweiternd

Anwendungsbeispiele sind beim Tier:

  • Arthritis
  • Hämatome
  • Gallen (Fesselgelenks-, Sehnenscheidengalle)
  • Erkrankungen der Hufrolle (Podotrochlose/Equine-Palmar-Foot-Syndrom)
  • Erkrankungen des Hufgelenks
  • Narben
  • Ödeme und Phlegmone
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis)
  • Arthrose
  • Spat
  • Erkrankungen des Ellenbogengelenks, Hüftgelenks oder der Zehengelenke

Die Durchführung einer Blutegeltherapie erfolgt ausschließlich nach Rücksprache mit Ihrem betreuenden Tierarzt bzw. nach tierärztlicher Überweisung.